Lehrer

Für Lehrer und Gruppenleiter

Laut aktuellen Untersuchungen sind ca. 8 % aller Menschen schwul oder lesbisch, unabhängig vom kulturellen oder sozialen Hintergrund, in dem sie aufwachsen. An den meisten Schulen sind diese 8 % aber nicht sichtbar, in der Regel sind an Schulen sogar überhaupt keine homosexuellen Schüler geoutet. Der Hauptgrund für das Verstecken ihrer Sexualität besteht in der Angst vor Ausgrenzung, da sie jeden Tag mitbekommen, wie ihre Mitschüler (oft aus Unwissenheit) über Schwule und Lesben reden.

In unseren Aufklärungsveranstaltungen bekommen die Schüler meistens zum ersten Mal die Gelegenheit sich mit einer lesbischen Frau und einem schwulen Mann zu unterhalten, ihnen (auch anonym) Fragen zu verschiedenen Aspekten ihres Lebens zu stellen und sich so ein eigenes Bild jenseits gängiger Klischees zu machen.

In der Regel bekommen wir sehr positive Rückmeldungen von den Schülern, die oft überrascht sind, wie wenig Schwule und Lesben tatsächlich mit dem Bild zu tun haben, das von ihnen gezeichnet wird. Um ein besseres Bild von unseren Aufklärungsveranstaltungen wiederzugeben, sind hier einige häufig gestellte Fragen der Schüler, sowie Rückmeldungen aus deren Briefen:

  •  Wie merkt man, dass man schwul ist?

  • Wie viele Schwule und Lesben gibt es?

  • Was haben eure Freunde/Eltern gesagt, als ihr das zugegeben habt?

  • Zeigt ihr das in der Öffentlichkeit, dass ihr schwul und lesbisch seid?

  • Woher wisst ihr, dass ihr nicht mit dam anderen Geschlecht glücklicher wärt?

  • Hat es Vorteile schwul/lesbisch zu sein?

  • Würdet ihr eure Kinder schwul/lesbisch erziehen?

  • Warum seid ihr schwul/lesbisch?

  • Wie geht das mit dem Sex?

  • Haben Schwule und Lesben einen Orgasmus beim Geschlechtsverkehr?

  • Wie sieht die Wohnung eines Schwulen/einer Lesbe aus?

  • Schämt ihr euch nicht, wen ihr euch auf der Straße küsst?

  • Wie war das, als ihr gemerkt habe, dass ihr schwul/lesbisch seid?

  •  Mir hat gefallen, dass ihr so ehrlich und offen wart.

  • Ich fand es gut, dass wir jede Frage stellen konnten.

  • Ich dachte immer, Schwule und Lesben wären ganz anders.

  • Ich dachte, dass Schwule einen sofort und überall angraben und dass Sex das einzige in ihrem Leben ist. Jetzt habe ich erlebt, dass man sich gut unterhalten kann.

  • Ich fand gut, dass man auch mal lachen konnte ohne böse Blicke zu bekommen.

  • Ich wurde zwar nicht umgepolt, fand es aber interessant.

  • Ich weiß jetzt, dass Schwulsein keine Krankheit ist.

 
Nach den Richtlinien für Sexualerziehung in NRW (seit 1.8.2000 in Kraft) gehört Sexualerziehung zum Erziehungsauftrag der Schule.

In den Richtlinien wird betont, dass Hetero-, Homo-, Bi- und Transsexualität zur Persönlichkeit des Menschen gehören und somit keine Unterschiede im Wert haben. Ziel des sexualpädagogischen Unterrichts soll es unter anderem sein, die SchülerInnen zur Toleranz gegenüber anderen Lebensweisen zu befähigen.

Die Richtlinien räumen Lehrenden die Möglichkeit ein, sich Unterstützung von außerschulischen Experten zu holen.